Geschichte der Pfarrer

 

Mewis ter Aer 1560-1574

 

Bartholomäus, der Mewis ter Aer war, bevor er die neue Lehre annahm, Vikar des hl. Kreuzaltars in der Kirchspielkirche zu Neukirchen und Vikar „to der Capellen“, so nach der Moerser Schöffenurkunde vom 21.10.1544, wonach der Schöffe Art Scholl bestätigt, dass der Heckrathhof zu Neukirchen leibgewinnpflichtig dem genannten Altar ist (Düss. St.A. M-O 259, Keuss. 5388) . Nach dem von ihm 1554 angelegten Lagerbuch der Kapellener Kirche, war hier die Vikarie des „Beate Maria virginis“-Altars, (kommt über Lauersfort von Friemersheim), wozu auch das Haus hinter dem Kirchhof gehörte (früher Schule, 1960 Jugendheim), das ihm als Wohnhaus diente.

1565 war ein schlimmes Jahr für die Gemeinde; der Rhein wälzte bei einer gewaltigen Überschwemmung seine zerstörenden Wasser von Uerdingen durch das Aubruch, beschädigte das Meertor der Stadt Moers, bedeckt die Felder mit Geröll und Schlamm, und der größte Teil der Ernte war dahin.

Der Auflistung von Namen und Summen im Lagerbuch entnehmen wir, dass die Kirche den Menschen Geld lieh, damit sie diese schlimme Zeit überstehen konnten. Auch verzichtete Bartholomäus darauf, die der Kirche geschuldeten Zinsen einzutreiben, „weil das jar ein teuwer Zeit und sich allerlei gefar zugetan, so ist des zu moderation der ambtleuithe gestelt, ein jedern nae gestalt und gelegenheit an den pensionen (Zinsen) des selbigen Jars zu begnaden.“